| Wald im Klimawandel

Klimastarke Wälder

Unsere Wälder tragen nicht nur auf vielfältige Weise zur Lebensqualität in Baden-Württemberg bei. Sie liefern auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz.

Retter und Opfer zugleich

Unsere Wälder tragen auf vielfältige Weise zur Lebensqualität in Baden-Württemberg bei. Dabei liefern sie auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig sind gerade die Wälder und ihre Ökosystemleistungen von einer Klimaerwärmung besonders betroffen.

Die Wälder in Baden-Württemberg speichern in den lebenden und toten Bäumen und im Boden rund 300 Millionen Tonnen Kohlenstoff.

Durch den Klimawandel treten vermehrt Witterungsextreme, wie starke Hitze, Trockenheit, Stürme oder Starkregen auf, die zu Schäden in unseren Wäldern führen. Bäume im Trockenstress sind beispielsweiße besonders anfällig für Schädlinge, wie den Buchdrucker, der häufigsten Borkenkäferart. Auch die Waldbrandgefahr steigt.

Deshalb müssen wir unsere Wälder auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten und klimafit machen. So verkleinern wir das Risiko von größeren Waldschäden und stärken die Leistungen, die unser Wald für die Gesellschaft bereitstellt.

Die Landesforstverwaltung bietet Informationen und Hilfestellungen zu den Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Wald und zur Klimaanpassung der Wälder:

Wald Baden-Württemberg

WET - Klimastarke Wälder für die Zukunft

Waldentwicklungstypen im Klimawandel (WET 2024) – Impulse für die Klimaanpassung der Wälder

 

Download Tabletversion WET 2024 (pdf)

FVA BW WET Risiko- und Klimakarten (externe Seite)

FVA BW Durchforstungshilfe 2024 (PDF)

 

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in unseren Wäldern deutlich sichtbar. Um unsere Wälder klimafit zu machen braucht es eine aktive Waldpflege. Die WET2024 sind hierfür ein wichtiger Impuls, denn sie geben der forstlichen Praxis Handlungsoptionen für die Bewirtschaftung der Wälder im Klimawandel an die Hand, um auch für die Zukunft den Wald mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen zu erhalten.

Die WET2024 sind ein wichtiger Meilenstein für das Ziel auch im Klimawandel naturnahe, stabile, arten- und strukturreiche Mischwälder zu erhalten, zu pflegen, zu nutzen und weiter zu entwickeln. Hier finden Sie alles, was Sie zu den WET2024 wissen müssen.

 

Waldentwicklungstyp – was ist das?

Die 14 landesweit definierten Waldentwicklungstypen umfassen Waldbestände mit vergleichbarer waldbaulicher Ausgangslage, vergleichbarer unbeeinflusster (sukzessionaler) Entwicklung und vergleichbarer Zielsetzung. Sie enthalten geeignete Maßnahmen zur Erreichung dieser Zielsetzung unter Beachtung der vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes und bieten damit einen umfassenden Werkzeugkasten und Orientierungsrahmen für alle Waldbesitzarten.

 

Waldentwicklungstypen im Klimawandel - was ist neu in den WET2024?

Der Klimawandel führt zu Ungewissheiten, da die genauen Auswirkungen auf die Wälder unklar sind. Es braucht Strategien um mit diesen Ungewissheiten umzugehen. Die Lösung liegt in einem anpassungsfähigen (adaptiven) Waldmanagement. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die dynamischen Entwicklungen des Klimawandels werden daher fortlaufend in das waldbauliche Handeln eingebunden.

Idee der WET2024 ist es, Ziele für den Wald und seine Pflege so zu formulieren, dass diese auch bei gravierenden Störungen oder markanten Abweichungen von erwarteten Veränderungen der Waldentwicklung noch erreichbar bleiben. Daher ist es wichtig, ausreichend Zukunftsoptionen offenzulassen und die Waldentwicklungsziele regelmäßig daraufhin zu überprüfen, inwieweit sich die zunächst angenommenen Rahmenbedingungen verändert haben und ob eine Anpassung erforderlich ist.

So erlauben die neu eingeführten Risikostufen eine differenzierte Einstufung der Waldbestände je nach Eintrittswahrscheinlichkeit vor bestandesbedrohenden Störungen, die beispielsweise durch Dürre, Schadorganismen oder Sturm ausgelöst werden. Zur Einstufung der Waldbestände in bis zu drei Risikostufen („gering“, „mittel“ und „hoch“) stehen der Praxis eigens entwickelte WET-Risikokarten zur Verfügung.

 

Wer war an den WET2024 beteiligt?

Die WET 2024 sind eine Maßnahme der Waldstrategie Baden-Württemberg 2025. Ganz im Sinn des dialogorientierten Ansatzes sind die WET 2024 unter Beteiligung zahlreicher Akteure mit Waldbezug und im engen Austausch zwischen forstlicher Praxis, Verwaltung und Wissenschaft entstanden.

 

Wie werden die WET2024 in der Praxis umgesetzt?

Die mittelfristige Forstbetriebsplanung (Forsteinrichtung) wird bereits seit Anfang 2024 auf Basis der WET 2024 erstellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesforstverwaltung und von Forst Baden-Württemberg werden bereits seit dem Frühjahr 2024 im Umgang mit den WET2024 geschult.

Herkunfts- und Verwendungsempfehlung für forstliches Vermehrungsgut in Baden-Württemberg

Download Herkunfts- und Verwendungsempfehlungen (pdf)

In den neuen Waldentwicklungstypen im Klimawandel (WET2024) werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Waldpflege in den verschiedenen Phasen der Waldentwicklung gegeben. Unsere Wälder verjüngen sich überwiegend über natürliche Ansamung der vorhandenen Altbäume. Die Pflanzung und in seltenen Fällen die Saat spielen jedoch im Zuge der Klimaanpassung der Wälder eine wachsende Bedeutung. Über die Pflanzung können Schadflächen schneller wiederbewaldet werden, kann die vorhandene natürliche Verjüngung mit Mischbaumarten angereichert werden oder es können neue klimaanpassungsfähige Baumarten eingebracht
werden. Die Herausforderung in der Praxis besteht darin, dass die gepflanzten Baumarten sowohl unter den klimatischen Bedingungen von heute als auch unter denen in mehr als hundert Jahren gut wachsen können. Diese Aufgabe kann nur bewältigt werden, sofern die Herkunft des Pflanz- und Saatguts gesichert und für die Verwendung geeignet ist.

Die bisherigen Empfehlungen über die Herkünfte und Baumarten, die an die regionalen Boden- und Klimabedingungen angepasst sind, werden nun um die folgenden Komponenten werweitert:

  • Herkünfte aus weiteren Gebieten im süddeutschen Raum und angrenzenden Regionen mit ähnlichen klimatischen Rahmenbedingungen.
  • Herkünfte aus wärmeren Regionen im süddeutschen Raum und angrenzenden Regionen.
  • Herkünfte für Praxis-Textanbauten aus dem südeuropäischen Raum mit hohem Anpassungspotential, jedoch aktuell noch mit schwer abschätzbarem Risiko beispielsweise für Spätfrostschäden.

Die vorliegenden Herkunfts- und Verwendungsempfehlungen sollen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Baden-Württemberg bei der Auswahl geeigneter Baumarten und Herkünfte unterstützen sowie es den Forstsamen- und Forstpflanzenbetrieben erleichtern, ein bedarfsgerechtes Angebot bereitzustellen. So können
wir gemeinsam unsere Wälder bestmöglich auf die zukünftigen Klimabedingungen vorbereiten.

Aktueller Waldzustandsbericht (externe Seite)

In Baden-Württemberg wird der Zustand der Wälder seit den 1980er Jahren im Zuge einer jährlichen Waldzustandserhebung erfasst und im jährlichen Waldzustandsbericht veröffentlicht.

FVA BW Bundeswaldinventur (externe Seite)

Die Bundeswaldinventur (BWI) findet bundesweit im zehnjährigen Turnus statt. In Baden-Württemberg ist es die vierte Erhebung, deutschlandweit die dritte, da nach der Wiedervereinigung die erste gemeinsame BWI in den Jahren 2001/02 durchgeführt worden ist.

FVA BW Bodenzustandserhebung (externe Seite)

In den Jahren 2022 - 2024 läuft bundesweit die BZE III. Dazu werden in Baden-Württemberg an ca. 300 Punkten Wiederholungsaufnahmen und ca. 20 Punkten Neuaufnahmen durchgeführt. Hierzu zählen eine Bodenbeschreibung sowie Bestandes- und Vegetationsaufnahmen. Im Labor werden dann chemische und physikalische Analysen durchgeführt, welche Auskünfte zur Baumernährung und Bodenveränderungen liefern.

 

Download LFV Plakat - Für Sie bei der Bodenschutzkalkung (pdf)

Handbuch Wald und Wasser bei waldwissen.net (externe Seite)

Forstliche Bodenschutzkalkung - ein bundesdeutscher Überblick 2.0 (pdf)

Regenerationsoriente Bodenschutzkalkung - Webseite FVA (externe Seite)

Forstwirtschaftliche Fördermaßnahmen (externe Seite)

 

Bodenschutzkalkung

Nicht nur in Baden-Württemberg haben Luftschadstoffe die Böden in den letzten Jahrzehnten belastet. In weiten Bereichen führte dieser Schadstoffeintrag zu Nährstoffverlusten und einer Versauerung des Bodens. Um geschädigte Waldböden wiederherzustellen, gibt es die sogenannte "regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung". Deren Ziel ist, den Boden soweit zu regenerieren, dass er seine ursprünglichen Funktionen wieder erfüllen kann und eine stabile Grundlage für die "Lebensgemeinschaft Wald" bildet. Außerdem sollen damit künftige Belastungen für die Waldökosysteme, wie zum Beispiel der Klimawandel, abgepuffert werden.

Bei der Bodenschutzkalkung geht es nicht darum die Erträge zu steigern, sondern die Artenvielfalt und das Ökosystem gesund zu erhalten!