| Für den Wald berufen
Die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg bietet ein breites Spektrum an Karrierepfaden: Wir bilden Fachkräfte aus, die mit Wissen und Engagement Verantwortung für die nachhaltige Pflege und Entwicklung der Wälder übernehmen.
Eine Ausbildung bei der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg verbindet fundiertes Fachwissen mit praxisnaher Arbeit im Wald.
Die Geschichte des Menschen ist von Anfang an mit dem Werkstoff Holz verbunden. Denn Holz ist einer der ersten von Menschen genutzten Rohstoffe. Noch heute lässt sich über die Waldarbeit sagen, dass es ein Arbeiten in und mit der Natur ist. Der Beruf "Forstwirt/ -in" ist aber trotz modernster Technik eine körperlich belastende und nicht immer ungefährliche Arbeit.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte die neubegründete forstliche Arbeitswissenschaft erste Anstöße zur Modernisierung der Waldarbeit. Ständig verbesserte Arbeitsgeräte und neue Arbeitsverfahren steigerten die Produktivität erheblich. Der Einzug moderner Maschinen und Geräte in die Waldarbeit brachte in den letzten Jahrzehnten schließlich weitere Entwicklungsschübe, die das Tätigkeitsfeld auf eine neue Grundlage stellte. Hierzu hat auch die parallel dazu verlaufende Weiterentwicklung der Arbeitssicherheit, der Arbeitsergonomie und einer zweckmäßigen Arbeitskleidung entscheidend beigetragen.
Die Tätigkeit im Wald ist mit industriellen Arbeitsplätzen kaum vergleichbar. Sie unterscheidet sich vor allem durch ständig wechselnde Einsatzorte, findet das ganze Jahr fast ausschließlich im Freien statt und ist sehr vielfältig. Vom/von der Forstwirt/-in wird ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Handeln und Selbständigkeit verlangt. In der Palette der zu verrichtenden Arbeiten bildet die Holzernte den Schwerpunkt.
Weitere wichtige Tätigkeitsbereiche sind:
Jede einzelne Aufgabe birgt ihre Besonderheit, da jeder Baum, jeder Arbeitsort seine Eigenheit hat. Geistige Beweglichkeit, Entschlusskraft und die Fähigkeit, die in der Ausbildung erworbenen biologischen, technischen und forstbetrieblichen Kenntnisse in die Praxis umsetzen zu können, sind Grundvoraussetzungen für den Beruf.
Fit im Wald
Hinzu kommt, dass auch die moderne Waldarbeit mit ihren hochtechnisierten Maschinen und Geräten körperlichen Einsatz verlangt. Ein Forstwirt bzw. eine Forstwirtin muss daher gesund und fit sein.
Teamgeist
Teamgeist ist gefragt - nach den Arbeitsaufträgen des Revierleiters bzw. der Revierleiterin wird in Gruppen von mindestens 3 Personen weitgehend selbständig gearbeitet. Kein Fließband gibt den Arbeitstakt vor, niemand überwacht ständig die Arbeit. Eigenverantwortliches Arbeiten und Zuverlässigkeit sind deshalb unverzichtbar. Diese Fähigkeiten erleichtern auch den Schritt in die Selbstständigkeit als Forstunternehmer/-in, eine Perspektive, die für engagierte Forstwirt und Forstwirtinnen zunehmend interessant wird.
Waldarbeit ist angewandter Naturschutz
Der Wald dient nicht nur der Produktion von Holz. Er dient auch dem Umweltschutz und der Erholung und ist ein in hohem Maße naturbelassener Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten. Forstwirte und Forstwirtinnen kennen die Zusammenhänge zwischen den Waldfunktionen. Jeder Eingriff in das Ökosystem Wald muss bezüglich seiner Auswirkungen auf die Umwelt abgeklärt sein.
Diese Beispiele zeigen, wie wichtig eine gute, systematische Ausbildung ist. Denn nur mit modern ausgebildeten und aufgeschlossenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen können die ökonomischen, ökologischen, sicherheitstechnischen und ergonomischen Anforderungen heutiger Waldarbeit erfüllt werden.
Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind die Waldbesitzenden, also
"Forstwirt/Forstwirtin" ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Ausbildungsgang und Prüfungsanforderungen sind durch das Berufsbildungsgesetz und durch die Bundes-"Verordnung über die Berufsausbildung zum Forstwirt/ zur Forstwirtin" geregelt.
Ausbildungsbetriebe
Ausbilden darf nur ein von der zuständigen Stelle anerkannter Ausbildungsbetrieb. Interessenten wird empfohlen, bei den Ausbildungsbetrieben zuvor ein Schnupperpraktikum zu absolvieren. Bewerbungen sind direkt an die Ausbildungsbetriebe zu richten. Auf der Website des Regierungspräsidiums Freiburg ist eine Liste aller Ausbildungsbetriebe abrufbar.
Den Hauptteil der i. d.R. 3-jährigen Ausbildung übernimmt der jeweilige Forstbetrieb, mit dem der Ausbildungsvertrag abgeschlossen wird. Ausbildungsverträge können mit
abgeschlossen werden. Denkbar sind auch Kooperationen zwischen Ausbildungsbetrieben.
Forstliche Bildungszentren
In Baden-Württemberg werden zwei modern und gut ausgestattete Waldarbeitsschulen (überbetriebliche Ausbildungsstätten) betrieben. Die Landesforstverwaltung betreibt das Forstliche Ausbildungszentrum Mattenhof in Gengenbach am Rande des Schwarzwaldes. ForstBW betreibt das Forstliche Bildungszentrum Königsbronn auf der Ostalb.
Ausbildung im Block
Die Berufsschule und die Forstlichen Bildungszentren als überbetriebliche Ausbildungsstätten ergänzen die betriebliche Ausbildung. Die überbetriebliche Ausbildung dient der Ergänzung und Vertiefung der im Ausbildungsbetrieb erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse.
Die überbetriebliche Ausbildung im 1., 2. und 3. Ausbildungsjahr wird zusammen mit dem Berufsschulunterricht zentral in Landesfachklassen für Forstwirte/Forstwirtinnen an den Waldarbeitsschulen in Blockunterrichtsform durchgeführt.
Forstwirtinnen und Forstwirte haben nach mindestens zweijähriger Berufspraxis die Möglichkeit, sich zur Forstwirtschaftsmeisterin oder zum Forstwirtschaftsmeister weiterzubilden. Die zuständige Stelle im Beruf Forstwirt/in richtet die entsprechende Prüfung aus. Weitere Informationen zur Prüfung zur Forstwirtschaftsmeisterin bzw. zum Forstwirtschaftsmeister finden sich auf den Seiten des Regierungspräsidium Freiburgs (Bereich "Prüfungswesen").
Von ForstBW wird ein Vorbereitungslehrgang für die Prüfung angeboten. Dieser findet am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) Königsbronn statt. Weitere Informationen dazu gibt es auf den Seiten von ForstBW (Bereich "Aktuelles & Presse").
Forstwirtschaftsmeisterinnen und Forstwirtschaftsmeister übernehmen vielfältige Aufgaben. Dazu gehört zum Beispiel die
In Baden-Württemberg gibt es für Försterinnen und Förster zwei verschiedene Laufbahnen: den gehobenen Forstdienst und den höheren Forstdienst. Beide führen zu verantwortungsvollen Aufgaben im Umgang mit dem Wald, unterscheiden sich jedoch in den Ausbildungsvoraussetzungen und Tätigkeitsfeldern.
Voraussetzungen
Voraussetzung für den Einstieg in den gehobenen Forstdienst ist ein Bachelor of Science im Studiengang Forstwirtschaft, der in der Regel drei Jahre dauert. Anschließend folgt eine zweijährige Trainee-Ausbildung, die praktische Erfahrungen im Forstbetrieb vermittelt.
Berufsziel und Tätigkeit
Das Berufsziel ist in der Regel die Leitung eines Forstrevieres. Försterinnen und Förster im gehobenen Dienst sind verantwortlich für die Bewirtschaftung, den Schutz und die Pflege des Waldes. Dabei sind sie sowohl im Gelände als auch im Büro tätig – die Arbeit teilt sich etwa gleichmäßig zwischen Außendienst und Verwaltungsaufgaben. Der Beruf erfordert ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Voraussetzungen
Wer eine Laufbahn im höheren Forstdienst anstrebt, benötigt einen Master of Science im Fach Forstwirtschaft, was insgesamt etwa fünf Jahre Studium umfasst. Daran schließt sich ebenfalls eine zweijährige Trainee-Ausbildung an, in der angehende Forstleute vertiefte Kenntnisse im Management, in der Verwaltung und in der forstlichen Planung erwerben.
Berufsziel und Tätigkeit
Das Berufsziel liegt hier in leitenden Positionen des Forstwesens – beispielsweise in der Leitung von Forstbehörden, als Referentin oder Referent in Regierungspräsidien und Ministerien, oder in der Forschung und Lehre. Der Beruf verlangt ein hohes Maß an Fachwissen, Eigeninitiative und Organisationstalent. Im Gegensatz zum gehobenen Dienst überwiegt im höheren Forstdienst die Tätigkeit am Schreibtisch, da strategische und planerische Aufgaben im Vordergrund stehen.
Die Veränderung der Studienlandschaft, der Wandel des forstlichen Berufsbildes und die veränderten personalpolitischen Spielräume in den Verwaltungen haben eine Weiterentwicklung der früheren Vorbereitungsdienste für den gehobenen technischen und den höheren Forstdienst erforderlich gemacht. Mit dem Traineeprogramm Forst wird in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2008 eine moderne, flexible Form der Nachwuchsqualifizierung angeboten. Es erfüllt gleichzeitig alle wichtigen Anforderungen der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an ein strategisches Personalmanagement.
Eine zweijährige verwaltungsinterne Tätigkeit, meist auf der Ebene einer unteren Forstbehörde, vermittelt die notwendige Berufspraxis. Sie ist Voraussetzung für die spätere Übernahme in das Beamtenverhältnis und wird von einem Lehrgangs- und Seminarprogramm des Forstlichen Bildungszentrums Karlsruhe begleitet. Aufgrund der Bedarfsorientierten Einstellung bietet das Programm damit frühzeitige Planungssicherheit – sowohl für die Bewerberinnen und Bewerber, als auch für die Dienstherren. Die Traineeprogramme ab 01.01.2024 schließen mit einer Laufbahnprüfung ab.
Höherer Forstdienst
Für die Trainees des höheren Forstdienstes ist im MLR das Referat 53 die Zulassungs- und Prüfungsbehörde. Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Oscar Nüßlein zur Verfügung:
0711/126-2919
Gehobener technischer Forstdienst
Für die Trainees des gehobenen technischen Forstdienstes ist im Regierungspräsidium Freiburg das Referat 81 die Zulassungs- und Prüfungsbehörde. Als Ansprechpartner steht Ihnen Stephan Möhle zur Verfügung:
0761/208-1424
Das Bildungsprogramm von ForstBW bietet praxisnahe Fort- und Weiterbildungen zu zentralen forstlichen Themen sowie ergänzende Kompetenzen.
In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Baden-Württemberg wurde ein Fortbildungsangebot entwickelt, das sich insbesondere an Privatwaldbesitzerinnen und -besitzer sowie an Kundinnen und Kunden von Brennholz richtet.
Die Motorsägen- und Holzerntelehrgänge bieten eine praxisnahe Möglichkeit zur fachlichen Weiterqualifizierung. Im Mittelpunkt stehen dabei der sichere Umgang mit der Motorsäge sowie die fachgerechte Fällung und Aufarbeitung von Holz.
Informationen zu zertifizierten Lehrgängen sind auf den Seiten des FBZ Königsbronn ("Aktiv für den Wald") (externe Seite) zu finden.
Auf dem freien Markt sind von verschiedenen Anbietern ebenfalls zerifizierte Lehrgänge verfügbar.
Das Bildungsprogramm von ForstBW bietet ein praxisnahes und vielfältiges Fort- und Weiterbildungsangebot zu zentralen Themen der Forstwirtschaft, wie Waldökologie, Klimaanpassung und Fördermöglichkeiten. Ein besonderer Fokus liegt auf Schulungen mit direktem Praxisbezug, etwa zum Boden- und Wasserhaushalt oder zum Einsatz moderner Forsttechnik. Teilnehmende können dabei Zertifikate erwerben, zum Beispiel für Maschinensicherheit oder nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Ergänzend werden Seminare zu Kommunikation, Arbeitssicherheit und rechtlichen Grundlagen angeboten, die neben fachlichem Wissen auch wichtige Schlüsselkompetenzen fördern. Das Angebot richtet sich an Forstfachkräfte ebenso wie an Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die ihr Wissen vertiefen und sich gezielt weiterqualifizieren möchten.
Ein zentraler Bestandteil ist außerdem die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie vermittelt praxisnahes Wissen über den Lebensraum Wald und seine vielfältigen Funktionen und befähigt Menschen zu einem verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Handeln. Vermittelt werden Kompetenzen, um Workshops, Exkursionen und weitere Bildungsangebote rund um Themen wie Klimawandel, Biodiversität und Waldschutz zu gestalten.
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