Die Wälder Baden-Württembergs prägen das Landschaftsbild und spielen eine zentrale Rolle für Klima, Wirtschaft und Lebensqualität. Aktuelle Zahlen zeigen stabile Waldflächen und wachsende Holzvorräte – doch Klimawandel und Schädlingsbefall stellen die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen.
Was zeichnet die Wälder der Region aus?
Wälder in Baden-Württemberg sind ein prägender Bestandteil der Landschaft und bedecken mit rund 1,4 Millionen Hektar, das sind etwa 38 Prozent des Landes. Etwa 10 Prozent der Waldfläche sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Der Anteil der Nadelbäume und der Laubbäume ist in etwa gleich. Die häufigsten Baumarten sind die Fichte und die Buche. Während die Fichte allerdings seit 1987 einen Flächenrückgang verzeichnet, konnten Laubbäume, allen voran die Buche, einen Flächenzuwachs verzeichnen.
Wer besitzt Wald?
Mit 40 % Körperschaftswald, 36 % Privatwald und 24 % Staatswald ergibt sich eine sehr heterogene Verteilung der Besitzverhältnisse. Baden-Württemberg hebt sich hier durch einen im Bundesvergleich hohen Anteil an Körperschaftswald hervor. Dieser spiegelt auch die starke Rolle der Städte und Gemeinden wider: Laut den Ergebnissen der Bundeswaldagentur besitzen die rund 6.000 Städte und Gemeinden Baden-Württembergs gemeinsam etwa 550.000 Hektar Waldfläche – das ist mehr als in jedem anderen Bundesland in Deutschland.
Rund 260.000 Personen haben Wald in privatem Eigentum. Der Privatwald unterteilt sich in Großprivatwald (Eigentumsgrößen über 200 Hektar) mit ca.11 %, mittleren Privatwald (Eigentumsgrößen über 5 bis 200 ha) mit ca. 14 % und Kleinprivatwald (Besitzgrößen bis 5 Hektar) mit ca. 11 %. Weitere rund 24 % der Waldfläche sind im Besitz des Landes Baden-Württemberg (Staatswald), und weit weniger als 1 % der Waldfläche sind bundeseigene Flächen.
Die Bundeswaldinventur (BWI) ist eine umfassende Erhebung, die alle zehn Jahre durchgeführt wird, um den Zustand und die Entwicklung der Wälder in Deutschland zu erfassen. Sie liefert detaillierte Daten über Waldfläche, Baumarten, Holzvorräte und die ökologische Gesundheit der Wälder. Die wesentliche Botschaft der letzten Inventur ist, dass die deutschen Wälder trotz stabiler Flächen und wachsender Holzvorräte vor großen Herausforderungen durch den Klimawandel und Schädlingsbefall stehen, was eine Anpassung der Bewirtschaftungsstrategien erfordert.
Wie gut geht es dem Wald in Baden-Württemberg?
Die Vitalität der Bäume in Baden-Württemberg ist laut BWO stabil geblieben. Etwa 75 % der Bäume zeigen keine oder nur geringe Schäden. Allerdings gibt es regionale Unterschiede, die auf verschiedene Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Trockenheit und Schädlingsbefall, insbesondere durch den Borkenkäfer, haben in einigen Gebieten zu erhöhten Schäden geführt. In den am stärksten betroffenen Regionen sind bis zu 20 % der Bäume erheblich geschädigt, was gezielte Maßnahmen zur Waldpflege und -sanierung erfordert.
Wie entwickelt sich die Forstwirtschaft?
Die Holzproduktion in Baden-Württemberg hat sich im Jahr 2022 leicht erhöht. Insgesamt wurden laut der BWI rund 5,2 Millionen Kubikmeter Holz geerntet, was einem Anstieg von etwa 3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Diese Entwicklung ist auf eine gesteigerte Nachfrage und verbesserte Erntebedingungen zurückzuführen. Gleichzeitig wird ein verstärkter Fokus auf nachhaltige Forstwirtschaft gelegt, um die langfristige Gesundheit der Wälder zu sichern.
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